Die schwarze Dame

die schwarze Dame zieht am morgen

die Gewittertüren zu

zerlegt in taubenblauen Augen das Wir

zum Du

es webt sich still und lautlos ihre zweite Haut

die reißt sofort denn in ihr wächst

die Antwortlosigkeit zum Raum

versteinert ihr den Atem

verhornt in Scham die Stille

verflüssigt ist im Außen Tag und Nacht

so marmoriert das sie es nicht bemerkt

und wenn das Buch der Wunden

sie nicht mehr erreicht,

weil vollends jedes Sein in Sprache

sich zerteilt

Die schwarze Dame hält die Schale in

der Hand, wo Erde Himmel wird

& Herz zu Sand

 

8.12.2016